Informationstechnik gilt als die Grundlage für viele gegenwärtige und zukünftige technische Fortschritte in unserem Alltagsleben. Seien es Internet, Mobilkommunikation oder autonome Informationssysteme – die Informationstechnik bietet die Plattform, um Informationen als Grundlage für eine Mensch-zu-Mensch oder Mensch Maschine Kommunikation zu erfassen, zu verarbeiten, zu übermitteln oder zu reproduzieren.

Das Technische Anwendungsfach Informationstechnik zielt darauf ab, den technischen Hintergrund für die Weiterentwicklung dieser Technologien zu vermitteln.

Was wird gelehrt?

  • Digitale Signalverarbeitung: Die Grundlagen der digitalen Signalverarbeitung, wie sie in den Grundkursen gelehrt wurden, werden ausgeweitet und dabei werden u.a. folgende zentrale Themen behandelt: Entwurf digitaler Filter, Transformationen, Filterbaenke, Effekte endlicher Wortlänge, statistische Signalverarbeitung und adaptive Systeme.
  • Anwendungen digitaler Signalverarbeitung für Sprache, Audio, Bilder und Video. Dies beinhaltet Quellencodierverfahren für alle genannten Arten von Signalen, sowie Sprachverbesserung, Geraeuschreduktion und medizinische Bildverarbeitung.
  • Informationstheorie beschreibt, wie viele Bits nötig sind, um eine beliebige Nachricht darzustellen und wie diese bei der Übermittlung über einen gestoerten Kanal geschützt werden muss. Dabei liefert sie den theoretischen Hintergrund für Quellencodierung, Kanalcodierung und die Signalübertragung.
  • Nachrichtenuebertragung: Das Grundmodell bestehend aus Informationsquelle, Sender, Kanal, Empfänger und Informationssinke lässt sich auf alle Punkt-zu-Punkt-Kommunikationsnetze anwenden. Die Techniken für diese Komponenten werden anhand moderner Kommunikationssysteme diskutiert, einschließlich des Internets und Mobilnetzwerke wie GSM oder UMTS. In den fortgeschrittenen Kursen werden auch Netzwerkarchitekturen und Protokolle behandelt.
  • Praktische Kurse in digitaler Signalverarbeitung und Nachrichtenuebertragung: Die Studenten vertiefen hier ihr theoretisches Wissen in Experimenten und Projekten, in denen mächtige Simulationswerkzeuge (z.B. Matlab) und Echtzeitgeräte zum Einsatz kommen.

Die Hauptziele dieses TAFs liegen in einem grundlegenden Verständnis der Methodologie, die zur Entwicklung neuer Technologien gebraucht wird und ein fundiertes Fachwissen über die aktuelle Technik.

Welches Vorwissen wird erwartet?

Das Vorwissen, das nach dem abgeschlossenen Bachelorstudiums erwartet wird, sind Grundkenntnisse in Mathematik für Ingenieure (einschließlich linearer Algebra, Funktionen von komplexen Variablen, Wahrscheinlichkeitstheorie) und eine Vertrautheit mit den grundlegenden theoretischen Konzepten zur Beschreibung von Signalen und Systemen (siehe z.B. A.V. Oppenheim and A.S. Willsky, Signals and Systems, Prentice Hall, 1983; S. Haykin, B. van Veen, Signals and Systems, Wiley, 1999). Darüber hinaus werden Grundkenntnisse in Nachrichtenuebertragung (siehe z.B., Haykin, Communication Systems, Wiley, 4th edition, 2000) und digitaler Signalverarbeitung (siehe z.B., Oppenheim/Schafer/Buck, Discrete-time Signal Processing, Prentice-Hall, 2nd edition, 1998) erwartet.

Zukünftige Studenten sollten nicht nur sehr gut C/C++ programmieren können, sondern sie sollten in der Lage sein, den Computer als Werkzeug zur Lösung numerischer Probleme (z.B. durch die Nutzung von Matlab) zu gebrauchen.

Studienfachberater

Prof. Dr.-Ing. Walter Kellermann

Addresse: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Multimediakommunikation und Signalverarbeitung
Cauerststraße 7
91058 Erlangen
Telefon: +49 9131 85 27669
Fax: +49 9131 85 28849
E-Mail: wk[at]LNT.de
Raum 5.18